weihnachten
ist gottes hilfe für uns
das zur sprache zu bringen was uns
wirklich bewegt
weil uns sprachlos macht
gott als mensch
[…]
vielleicht ist es nur dort wo uns
wirklich etwas bewegt vielleicht
bewegt uns nur dort etwas
wo es ist
weihnachten kann es zur sprache bringen
falls es uns sprachlos macht
Diese poetischen Zeilen veröffentlichte Sr. Corona Bamberg OSB (1921-2018) im Jahr 1971 in unserer Zeitschrift. Ausgehend davon schreibt P. Josef Subrack SJ (1925-2010), der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte und zwischen 1979 und 1986 Schriftleiter von Geist und Leben war, über das weihnachtliche Staunen und die Ermutigung zum Sprechen – auch mitten von Not und Leid – weil Gott zu uns spricht in seinem Wort.
„Wir können Gott finden, uns von ihm ansprechen lassen. Das ist die Botschaft von Weihnachten! Was erfordert eigentlich mehr Mut und was ist trotziger: vor der Krippe stehen und in der Vergeblichkeit der Krippe an Gottes Anspruch und Verheißung glauben? oder Kübel voll grauen Trübsinns und schwarzer Auflehnung ausgießen?
Doch die Worte drehen sich im Kreise, werden selbständig, fangen an zu lügen. Wer darf es wagen zu sprechen? Gottes Ermächtigung läßt sich nicht im Netz feingeschliffener Sentenzen einfangen. Es ist anders. Gott fängt mich ein, ermächtigt mich, mein Wort, mein Sagen – mein Verstummen. Ich werde sprachlos, kann nur noch hören, nur noch schauen vor der Krippe, nur noch staunen; wie ein Kind.
Nur wer staunt, daß Gott da ist – nicht hinter und nicht über, sondern in unserer Not -, wagt Worte der Zuversicht und bleibt dabei ehrlich. Oder muß man es noch vorsichtiger formulieren: Nur wer staunt, darf sich um Worte bemühen, die aus den Mauern der Resignation und Verzweiflung ausbrechen – nur wer staunt vor der Krippe Gottes.“ (403)